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Wenn deine Vision dich von anderen unterscheidet - Josef in Genesis (1 Mose)

Überwindung von Widrigkeiten, Entwicklung von Charakter und Weisheit

Eine Geschichte für Menschen mit Führungsaufgaben und Unternehmer


Josef verwandelte Widrigkeiten in Weisheit und entwickelte dabei einen starken Charakter. Das half ihm stets mit seiner Bestimmung verbunden zu bleiben.

 

Die Geschichte von Josef im Buch Genesis (1 Mose), startet mit dem siebzehnjährigen Josef der von seinem Vater begünstigt und voller Selbstvertrauen war. Er ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass die Visionen, die Gott ihm schenkte, ihn alles kosten würden, bevor sie sich erfüllten.

 

Jung und unerfahren, konnte Joseph seiner Familie seine Visionen nicht vollständig vermitteln. Vielleicht lag es auch daran, dass er selbst zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, wie sich die Visionen entwickeln und realisieren würden. Seine Familie war verblüfft und reagierte ablehnend. Obwohl Josef sein Lieblingssohn war, verstand sein Vater ihn nicht. Seine Brüder, die bereits auf Josefs bevorzugte Stellung bei ihrem Vater eifersüchtig waren, konnten die Gunst die Josefs Visionen darstellten, nicht ertragen und lehnten ihn noch mehr ab.

 

1 Mose 37:8 (Neues Leben) “„Du willst also König werden und über uns herrschen?!“ Verhöhnten ihn seine Brüder. Und sie hassten ihn noch mehr wegen seines Traumes und dem, was er gesagt hatte.“

 

1 Mose 37:10-11 (Neues Leben) “(10) Diesen Traum erzählte er nicht nur seinen Brüdern, sondern auch seinem Vater, und dieser wies ihn deswegen zurecht. „Was für einen Traum hast du da gehabt?“, fragte er. „Sollen deine Mutter, deine Brüder und ich uns etwa vor dir verneigen?“ (11) Josefs Brüder waren eifersüchtig auf Josef. Aber sein Vater dachte über den Traum nach.“

 

Der Weg zur Realisierung der eigenen Vision (Berufung) beginnt oft damit, dass man sich von seinem Umfeld nicht verstanden und unterstützt fühlt. Die Menschen um einen herum können von dem, was man sich vorgenommen hat, verunsichert sein. Das kann einem das Gefühl geben isoliert zu sein, was den Weg, den man geht, mitunter einsam macht. Dies gilt insbesondere dann, wenn man eine Vision verfolgt, die andere (noch) nicht teilen, entweder weil sie diese (noch) nicht vollständig erfasst haben oder weil sie nicht ausreichend verständlich erklärt wurde.

 

Während Josef dem Wunsch seines Vaters nachkam nach seinen Brüdern zu sehen, als diese mit ihren Herden unterwegs waren, wurde ihm alles von seinen Brüdern genommen. Die Brüder nutzten die Gelegenheit sich des Lieblingssohnes ihres Vaters zu entledigen. Sie warfen ihn in eine Grube, planten ihn zu töten, und setzten sich dann hin, um zu essen. Ruben, der älteste Sohn, konnte die Brüder zwar davon abhalten, ihren jüngeren Bruder zu töten, aber er konnte nicht verhindern, dass sie ihn an eine vorüberziehende Karawane verkauften, die auf dem Weg nach Ägypten war.

 

Manchmal sind es nicht die Menschen, die einem fremd sind, die sich gegen einen wenden. Es sind die, die einem am nächsten stehen, die einen tief verletzen. Die Menschen, denen man vertraut hat. Auf Deinem Weg wirst Du mit Widerständen konfrontiert, die sich in Form von Eifersucht, Widerstand, Groll, Bitterkeit, Ablehnung oder Verrat äußern. Und wie Josef wirst Du Dich wahrscheinlich in einer tiefen Krise wiederfinden und Dich fragen: „Was ist da gerade passiert? Warum ist es so schlimm gekommen?“

 

Führungskräfte und Unternehmer stehen mitunter vor schwierigen Situationen. Diese können ihren Ursprung in innerem Stress, äußerem Widerstand, schwierigen Umständen, unangenehmen Personen oder unerwarteten Katastrophen haben. In solchen Situationen greifen manche Führungskräfte und Unternehmer zu Alkohol oder Drogen, manche geraten in Panik und verlieren die Fassung, manche geben anderen die Schuld. Gerade in solchen Momenten ist es entscheidend, die eigene spirituelle Disziplin zu bewahren. Lass Dich nicht von schweren Zeiten entmutigen. Viele Menschen haben ähnliche Situationen erlebt und diese erfolgreich gemeistert. Du bist mit den Herausforderungen und Problemen nicht allein. Die Bibel ist voller Geschichten über Herausforderungen und wie Menschen diese bewältigt haben.

 

In einer tiefen Krise zu stecken, ist ein Moment großer Verzweiflung und des Unbehagens, begleitet von der ständigen Versuchung den negativen Gefühlen nachzugeben und aufzugeben. Doch eine Krise zerstört nicht deine Vision. Sie bereitet dich auf ihre Realisierung vor. Eine Krise lehrt Dich, wie Du über irdische Umstände, Herausforderungen, Schwierigkeiten und Probleme hinauswächst und diese meisterst. Was andere zum Bösen planten, wirkt Gott zum Guten, für diejenigen, die nach seinem Willen berufen sind.

 

Denke stets daran – wenn Gott Dir eine Vision schenkt, dann ist dies ein göttlicher Auftrag, der mit Konflikten und Widerständen verbunden ist. Das Wort, das über Dich gesprochen wurde, zieht Schwierigkeiten und Widerstände nach sich, denn jede Widrigkeit auf Deinem Weg ist eine Gelegenheit, Dich zwischen Gottes Weisheit und dem Weg der Torheit zu entscheiden. Und jede Entscheidung, die Du triffst, legt den Grundstein für eine Belohnung bzw. die Konsequenzen Deiner Entscheidung.

 

Und nicht nur das. Gott nutzt Dein Streben nach deiner Vision, um Dich zu formen und zu dem Menschen zu machen, den er braucht, um das Gewicht und das Ausmaß seines Segens zu tragen und den Segen in seinem Sinne zu verwalten. Gott möchte, dass Du innerlich reifst, damit Du die Verwirklichung Deiner Vision nach seinem Willen gestalten kannst, ohne daran zu zerbrechen. Wenn Du das nicht verstehst, wirst du auf jedem Abschnitt deines Weges, der mit Konflikten, Enttäuschungen usw. verbunden ist, frustriert sein. Denke daran, dass Gott Dich nicht aufgegeben hat; dies ist erst der Anfang. Der Herr beschützt, was er segnet.

 

Und nun zurück zu Josef. Schauen wir uns an, wie sich seine Geschichte entwickelt, nachdem er an die Karawane verkauft wurde und die beschwerliche Reise durch die Wüste nach Ägypten erfolgreich meistert. In Ägypten angekommen, wird Josef als Sklave an Potifar verkauft. Gottes Gegenwart in Josefs Leben ermöglicht es ihm in Ägypten die Gunst der Menschen um ihn herum zu bekommen. Sein Charakter und seine Integrität zeigen sich, als er die ihm anvertraute Autorität ausübt, ohne sie als Gelegenheit zu sehen, andere zu verraten oder auszubeuten.

 

1 Mose 39:2-5 (Neues Leben) “(2) Der HERR half Josef und ließ ihm alles gelingen, während er im Haus seines ägyptischen Herrn arbeitete. (3) Potifar bemerkte, dass der HERR mit Josef war und ihm in allen, was er unternahm, Erfolg schenkte. (4) Deshalb fand er seine Gunst und wurde Potifars persönlicher Diener. Schon bald übertrug Potifar Josef die Aufsicht über sein Haus und die Verwaltung seines gesamten Besitzes. (5) Von jenem Tag an segnete der HERR Potifar und Josefs willen. Allen Arbeiten im Haus gelangen, die Ernte fiel gut aus und sein Viehbestand vergrößerte sich ständig.“

 

Weil er während seiner Dienstzeit im Hause Potifars seinen Prinzipien und seinen moralischen Überzeugungen gegenüber standhaft geblieben war, wurde Josef in ein ägyptisches Gefängnis geworfen. Doch auch im Gefängnis spürte Josef die Gegenwart des Herrn, sodass ihm die Leitung des Gefängnisses anvertraut wurde.

 

1 Mose 39:21-23 (Neues Leben) “(21) Doch der HERR war auch dort mit Josef und sorgte dafür, dass Josef die Gunst des Gefängnisverwalters gewann. (22) Der Verwalter übertrug Josef die Aufsicht über alle anderen Gefangenen und über alles, was im Gefängnis geschah. (23) Der Verwalter musste sich um nichts mehr kümmern. Denn der HERR war mit Josef und ließ alles gelingen, was er tat.“

 

Josef verbringt mindestens zwei Jahre im Gefängnis, vergessen von allen, denen er geholfen und gedient hat. Doch zu der von Gott bestimmten Zeit erinnert man sich an ihn und er wird gerufen Pharaos Traum zu deuten. Auch in dieser Situation zeigt Josef Integrität, Demut und Bescheidenheit gegenüber Gott. Vor dem Pharao stehend, lobt Josef Gott öffentlich und erklärt, dass nicht er, sondern Gott die Träume deutet.

 

1 Mose 41:16 (Neues Leben) „Es steht nicht in meiner Macht, das zu tun, Majestät“, antwortete Josef, „nur Gott kann es. Aber er wird ihnen sicher etwas Gutes ankündigen.“

 

Nachdem Josef Pharaos Traum gedeutet hat, sucht dieser jemanden, der die drohende Situation zum Wohle seines Reiches meistern kann. Mit Gottes Segen wird Josef, der sich bescheiden verhält und sich nicht in den Vordergrund drängt, vom Pharao zum Stellvertreter des Herrschers von Ägypten berufen. Nur Pharao selbst steht über ihm.

 

1 Mose 41:38-41 (Neues Leben) “(38) Als sie beratschlagten, wer für diese Aufgabe ernannt werden sollte, sagte der Pharao: „Wer könnte besser dafür geeignet sein als Josef? Denn er ist ein Mann, der ganz offensichtlich vom Geist Gottes erfüllt ist.“ (39) Und er wandte sich an Josef und sagte: „Da Gott dir die Bedeutung der Träume offenbart hat, musst du der weiseste Mann im ganzen Land sein! (40) Hiermit ernenne ich dich zu meinem Stellvertreter. Mein Volk soll deinen Anweisungen gehorchen. Nur ich allein werde im Rang noch über dir stehen.“ (41) Und der Pharao sagte zu Josef: „Hiermit gebe ich dir Vollmacht über ganz Ägypten.““

 

Als zweiter Befehlshaber in Ägypten rettet Joseph während der siebenjährigen Hungersnot, welche in der gesamten Region wütet, schließlich seiner Familie das Leben. Auch in dieser Situation zeigt Josef Integrität, Demut und Bescheidenheit gegenüber Gott.

 

1 Mose 45:5-8 (Neues Leben) “(5) Aber macht euch deswegen keine Vorwürfe. Gott selbst hat mich vor euch hergeschickt, um euer Leben zu retten. (6) Denn schon seit zwei Jahren herrscht nun die Hungersnot und auch in den nächsten fünf Jahren wird man weder säen noch ernten können. (7) Gott hat mich vor euch her geschickt, damit er euch auf wunderbare Art und Weise am Leben erhält und einige von euch übrig bleiben. (8) Ja, nicht ihr habt mich hierher geschickt, sondern Gott! Und er hat mich zum wichtigsten Berater des Pharaos gemacht – zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Herrscher über ganz Ägypten.“

 

Das, wofür Du geboren wurdest, liegt jenseits von Widrigkeiten, Widerständen, Schwierigkeiten – all dem, was keinen Spaß macht. Wenn wir nicht wissen, wie wir solche Herausforderungen des Lebens meistern sollen, geraten wir in Versuchung, aufzugeben, weil es der einfachste Ausweg aus einer unangenehmen Lage ist. Doch die Fähigkeit, unsere innere Haltung und unsere Worte in schwierigen Situationen zu beherrschen, kann uns helfen, selbst in den schwierigsten Zeiten voranzukommen. Und so erreichen wir unser letztlich unser Ziel, die Realisierung unserer Vision. Wenn deine Vision dich von anderen unterscheidet, ist das eine wunderbare Einladung zu einer lebenslangen Reise der Weisheits- und Charakterbildung.


 

 
 

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