Von Kühnheit zur Selbstlosigkeit – Peters Wandlung zum Hirten der frühen Kirche
- Lioness.Space

- 14. März
- 5 Min. Lesezeit
Eine Geschichte für Menschen in Führungspositionen und Unternehmer
Die Geschichte des Petrus im Neuen Testament bietet viele verschiedenen Themen, von denen wir lernen können. In diesem Artikel befassen wir uns mit Petrus‘ Entwicklung zu einem der Leiter der frühen Kirche.
Simon, ein junger einfacher Fischer, dessen Führungsstil an eine Einmannkapelle erinnerte, war mitunter kühn und impulsiv. Er musste viele seiner Gewohnheiten und Verhaltensweisen ablegen, bevor er zum Apostel Petrus, einem der „Mitältesten“ der frühen Kirche, wurde.
Simon strebte danach, ein Mann zu werden, von denen die Menschen wußten welche Rolle er in der Gesellschaft hat und die ihn deswegen anerkannten, schätzten und achteten. Wie die meisten jungen Menschen nahm Simon an, dass ein solcher Status durch persönliche Leistung, Streben und Erfolg zu erlangen sei. Die Welt, in der Simon aufwuchs und lebte, förderte diese Denkweise. Es war eine Welt die Stolz, Arroganz und Selbstdarstellung belohnte. Was unserer heutigen Welt recht ähnlich ist.
Simon ist nicht weit von uns entfernt. Und manche von uns erkennen ihn nur allzu gut in ihrem eigenen Leben.
Eine Begegnung am See Genezareth veränderte Simons Leben grundlegend und machte ihn zu einem Jünger Jesu Christi.
Lukas 5:1-11 (Neues Leben) (1) Als Jesus eines Tages am See Genezareth predigte, drängten sich viele Menschen um ihn, die alle das Wort Gottes hören wollten. (2) Er bemerkte zwei leere Boote am Ufer. Die Fischer hatten sie liegen lassen und reinigten gerade ihre Netze. (3) Jesus stieg in eines der Boote und den Besitzer des Bootes, Simon, vom Ufer abzustoßen. Dann lehrte er die Menge vom Boot aus. (4) Als er mit seiner Predigt fertig war, sagte er zu Simon: „Nun fahr weiter hinaus und wirf dort deine Netze aus, dann wirst du viele Fische fangen.“ (5) „Meister“, entgegnete Simon, „wir haben die ganze letzte Nacht hart gearbeitet und gar nichts gefangen. Aber wenn du es sagst, werde ich es noch einmal versuchen.“ (6) Diesmal waren ihre Netze so voll, dass sie zu reißen begannen! (7) Sie riefen nach ihren Gefährten in dem anderen Boot, und bald darauf waren beide Boote so voller Fische, dass sie unterzugehen drohten. (8) Als Simon Petrus begriff, was da geschehen war, fiel er vor Jesus auf die Knie und sagte: „Herr, kümmere dich nicht weiter um mich – ich bin ein zu großer Sünder, um bei dir zu sein.“ (9) Denn beim Anblick des überreichen Fangs hatte ihr Ehrfurcht erfasst, und den anderen ging es genauso. (10) Auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, waren voller Staunen. Jesus sagte zu Simon: „Hab keine Angst! Von jetzt an wirst du Menschen fischen!“ (11) Und sobald sie am Ufer angelegt hatten, ließen sie alles zurück und folgten Jesus nach.
Als Jünger Jesu durchlebte Simon eine Zeit der Demut. Diese Zeit ermöglichte es ihm, seine egoistischen Ambitionen gegen den selbstlosen Dienst an der Gemeinschaft Christi einzutauschen. Indem er zum Apostel Petrus wurde und in dieser Rolle reifte, erfüllte sich Jesus‘ Auftrag und brachte Frucht.
Johannes 21:15-17 (Neues Leben) (15) Nach dem Frühstück sagte Jesus zu Simon Petrus: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als die anderen?“ Petrus erwiderte: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Jesus sagte: „Dann weide meine Lämmer.“ (16) Jesus wiederholte die Frage: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ Petrus antwortete: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe habe.“ Jesus sagte: „Dann hüte meine Schafe.“ (17) Noch einmal fragte er ihn: „Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?“ Petrus wurde traurig, weil Jesus die Frage zum dritten Mal stellte, und sagte, „Herr, du weißt alles. Du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Jesus sagte: „Dann weide meine Schafe.
Gott führte Simon auf einen Weg, der ihn zu Petrus, einem angesehenen Ältesten der frühen Kirche, werden ließ. Es war kein Weg des Ruhms, begleitet von Bewunderung und Beifall. Es war kein Weg, auf dem Anstrengung und Mühe belohnt wurden. Es war ein Weg der Demut, gegründet auf Glauben, der ihn zu Petrus werden ließ. Petrus, der selbstlose Mitälteste, der die frühe Kirche leitete, wurde über viele Jahre hinweg durch seine Erfahrungen im Umgang mit Schwäche, Demütigung, Opferbereitschaft, Selbstlosigkeit und Tod geformt.
Nach Jesu Tod und Auferstehung wandte sich Petrus vom Einmannkapellen-Leitungsstil ab und wandte sich der Leitung im Team zu. Doch zunächst musste er lernen was es bedeutet ein Hirte zu sein. Es fiel ihm nicht leicht, aber mit der Zeit legte er seine anfänglichen Schwierigkeiten ab. Ein Hirte ist fürsorglich, befähigt, heilt und spendet Leben; er hat seine Schafe stets im Blick und ist immer bereit, alles zu tun, um sie zu hüten und zu beschützen.
Ein wahrer Hirte ist weder autoritär noch unterdrückend oder ausbeuterisch. Seine Aufgabe dient nicht dem persönlichen Vorteil, sondern dem Wohl des Volkes. In der Rolle eines Hirten ist man oft versucht, Dienst gegen Bewunderung einzutauschen. Dies mag vom Ego getrieben sein, das nach Anerkennung und Bewunderung verlangt. Diese Versuchung offenbart, dass Menschen im Allgemeinen eher Bewunderung suchen als sich um den Dienst am Nächsten zu bemühen.
1 Petrusbief 5:2-5 (Neues Leben) (2) Sorgt gut für die Herde Gottes die euch anvertraut ist. Hütet sie gern und nicht widerwillig, sondern wie Gott es will. Kümmert euch nicht um sie, um euch Vorteile zu verschaffen, sondern weil ihr Gott gerne dienen wollt. (3) Dabei sollt ihr die Menschen, die eurer Leitung unterstellt sind, nicht bevormunden, sondern sie durch euer gutes Beispiel leiten. (4) Und wenn der oberste Hirte wiederkommt, werdet ihr mit seiner unbegrenzten Herrlichkeit belohnt werden. (5) Ihr jüngeren Männer, ordnet euch den Ältesten unter! Ihr alle sollt einander demütig dienen, denn „Gott stellt sich den Stolzen entgegen, den Demütigen schenkt er Gnade“!
2 Petrusbrief 1:5-8 (Neues Leben) (5) Strengt euch deshalb an, diese Zusagen Gottes in eurem Glauben zu leben. Dann zeigt sich euer Glaube durch ein vorbildliches Leben. Ein vorbildliches Leben aber führt zu tieferen Erkenntnis Gottes. (6) Aus der Erkenntnis Gottes folgt Selbstbeherrschung. Aus der Selbstbeherrschung wächst Geduld und aus der Geduld ein Leben im Glauben zur Ehre Gottes. (7) Aus der Ehrfurcht vor Gott entspringt die Liebe zu den Gläubigen, und aus dieser schließlich die Liebe zu allen Menschen. (8) Je mehr ihr in dieser Hinsicht vorankommt, desto mehr werdet ihr mithilfe der Erkenntnis von Jesus Christus, unserem Herren, ein sinnvolles, auf andere ausstrahlendes Leben führen.
Stolz und Statusbewusstsein waren bei Peter nicht mehr zu finden. Er hatte einen Zustand erreicht, der es ihm ermöglichte, seine Mitchristen durch seinen Dienst an ihnen zu unterstützen und zu führen (servant leadership, dienende Führung). Dies zeigte sich beispielsweise in der Christenverfolgung in Rom durch Kaiser Nero, als Peter die christliche Gemeinde, angesichts der Widrigkeiten, standhaft zu bleiben.
1 Petrusbrief 4:10 (Neues Leben) Gott hat jedem von euch Gaben geschenkt, mit denen ihr einander dienen sollt. Setzt sie gut ein, damit sichtbar wird, wie vielfältig Gottes Gnade ist.
Wir sind bei Weitem nicht so stark, anmutig oder intelligent, wie wir oft glauben. Wir sind alle schwach, fehlbar und dringend auf Gottes Kraft und Stärke angewiesen. Ohne ihn können wir nichts von wirklichem, bleibendem Wert erreichen.
Zusammenfassung – Die wichtigsten Wandlungen des Petrus
Früher war Petrus darauf bedacht, seine Meinung kundzutun, ja, er wies Jesus sogar zurecht, weil er immer im Vordergrund stehen wollte. Jetzt steht er demütig an der Seite seiner Mitältesten und dient ihnen gerne. (Lukas 9,33–35)
Früher kümmerte sich Petrus wenig um andere. Jetzt hütet er die ihm anvertrauten Menschen.
Petrus handelte impulsiv. Jetzt handelt er aus Dankbarkeit. (Matthäus 26,51–54)
Petrus war ängstlich, vergaß Jesus Worte, verlor die Beherrschung und schlug jemanden mit dem Schwert ein Ohr ab. Jetzt wirft er seine Lasten auf den Herrn. (1. Petrus 5,6–7)
In Notzeiten, als Jesus seine Unterstützung brauchte, war Petrus eingeschlafen und weggelaufen. Jetzt sorgt er sich sehr um die Nöte und Herausforderungen der ihm anvertrauten Menschen.